Potpourri der Atemwegsinfekte
Jeder kennt sie, denn jeder hat mit ihr mindestens ein- bis zweimal im Jahr persönlich zu tun: die Erkältung, häufig auch grippaler Infekt genannt. Keinesfalls zu verwechseln mit einer echten Grippe (Influenza), obwohl dies im Volksmund oft geschieht. Eine Grippe taucht aber viel seltener auf und unterscheidet sich deutlich von einer banalen Erkältung. Zu den typischen Erkältungssymptomen zählen Halsschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen und Husten. Bei der Grippe zeigt sich hingegen ein schweres Krankheitsbild, das schlagartig auftritt, mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. In Deutschland sterben auch heute noch jährlich über 10.000 Menschen an den Folgen einer Grippe. Zum Glück ist dies bei einer Erkältung nicht der Fall. Wird sie jedoch ignoriert, kann sich auch hier eine ernst zu nehmende Entzündung der Atemwege – z.B. eine Bronchitis oder Sinusitis – entwickeln, die nicht verschleppt werden sollte. Hier ein Überblick über die häufigsten Atemwegserkrankungen und ihre Symptome – und wirksame Behandlungstipps im Kampf gegen die lästigen Erkältungsviren.
Infekte der oberen Atemwege
Fahren Sie mit der Maus über die Stichworte oder die Grafik - siehe auch Infekte der unteren Atemwege
- Halsschmerzen
Halsschmerzen – Startsignal einer Erkältung
Halsschmerzen kündigen meist den Beginn einer Erkältung an. Dazu gesellen sich oft Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit und ein leichtes Frösteln. Verantwortlich dafür sind Erkältungsviren, so genannte Rhino- und Coronaviren, die sich via Tröpfcheninfektion – also beim Husten, Niesen und Händeschütteln – nahezu unbemerkt verbreiten und auf weitere Opfer übertragen. Zunächst infizieren die Erreger fast immer die Rachen- und Nasenschleimhaut, neben Halsschmerzen kommt es also zum Schnupfen. - Akute Sinusitis
Akute Sinusitis –
„Ist ja bloß ein Schnupfen!“ denken wahrscheinlich die meisten. Doch auch ein einfacher Schnupfen sollte nicht verharmlost werden. Denn es besteht die Gefahr, dass er sich festsetzt und bis in die Nasennebenhöhlen ausbreitet. Die Folge: eine akute Sinusitis, also eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Typische Symptome sind eitriger Schnupfen, ein schmerzhaftes Druckgefühl in Kopf und Gesicht, eine behinderte Nasenatmung sowie ein gestörter Geruchs- und Geschmackssinn. Über sechs Millionen Deutsche sind jährlich davon betroffen. Um eine Chronifizierung oder Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig. Denn im Extremfall kann eine Sinusitis zu schweren Komplikationen wie z.B. einer Hirnhautentzündung führen.
der Kopf dröhnt, das Gesicht schmerzt - Schnupfen
Schnupfen – immer ein treuer Begleiter
Bei etwa 80 Prozent aller grippalen Infekte ist Schnupfen ein typischer Begleiter. Schuld sind Rhinoviren, die in die Nasenschleimhaut eindringen. Eine Entzündung ist die Folge, die Schleimhaut schwillt an und produziert vermehrt Sekret. Anfangs ist es klar und wässrig (Fließschnupfen), bei längerem Krankheitsverlauf wird es jedoch zunehmend gelb und zähflüssig. - Chronische Sinusitis
Chronische Sinusitis – wenn sich die Nebenhöhlen immer wieder entzünden
Klingt eine akute Sinusitis nicht mehr vollständig ab und tritt sie immer wieder auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Sinusitis. Genauer gesagt: Halten die Beschwerden länger als acht Wochen an, oder kommt es mehr als viermal im Jahr zu einer akuten Sinusitis mit einer bleibenden Restsymptomatik, liegt eine chronische Verlaufsform vor. Im Unterschied zur akuten Form sind die Schmerzen meist geringer ausgeprägt, manchmal fehlen sie auch ganz. Allerdings klagen Betroffene – immerhin 2,6 Millionen in Deutschland – oftmals über allgemeine Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche. - Sinubronchiales Syndrom
Sinubronchiales Syndrom – obere und untere Atemwege gleichzeitig betroffen
Post-nasal-drip-Syndrom (PNDS), noch nie davon gehört? PNDS wird auch als sinubronchiales Syndrom bezeichnet und beschreibt eine Infektion der Schleimhäute in den gesamten Atemwegen. Das heißt, die Schleimhäute der oberen und unteren Atemwege, also in Nase, Rachen, Luftröhre und Bronchien, sind gleichzeitig betroffen. Meist ist der Auslöser eine virale oder bakterielle Infektion, die sich zunächst in den Nasennebenhöhlen festsetzt und dort die Schleimhäute angreift. Von der hinteren Nase fließt dann infiziertes Sekret in den Rachen, wo es entweder unmerklich verschluckt wird oder sich ein Sekretsee im untersten Rachenbereich bildet. Von dort kann das Sekret leicht in die unteren Atemwege vordringen und zusätzlich eine Bronchitis verursachen.



